Preisträgersymposion 2010 in Würzburg

Am 30. Oktober 2010 fand in Würzburg das 5. Symposion der von Klinggräff-Preisträger statt. Gastgeber waren die Corps Rhenania und Moenania.

Der Nachmittag auf dem Hause der Rhenania war drei Vorträgen gewidmet, wobei zwei Juristen und ein Mediziner ihre anspruchsvollen
Themen nicht nur den anwesenden Kollegen, sondern auch der großen Zahl von interessierten Laien nahebringen konnten.

Am Anfang berichtete Dr. Kilian Eyerich (Corps Moenania, Guestfalia Greifswald) über das Thema „Molekulare Medizin in der Therapie von Hauterkrankungen“ mit Einblicken und Erläuterungen sowie Beispielen in diese Disziplin der modernen Medizin.
Zu Beginn seines Vortrages schlug er die Brücke zu seinem Urgroßvater, ebenfalls bei Moenania aktiv, welcher im ersten Weltkrieg als Dermatologe, eher aber als Universalarzt und Improvisationstalent, in Ostafrika wirkte.

Dr. Eyerich ging im Folgenden auf die immensen Fortschritte der Medizin der vergangenen 100 Jahre ein. So erläuterte er am Beispiel eigener Forschungsarbeit, wie genau die Pathomechanismen komplexer Erkrankungen heute analysiert werden können.
Beispielhaft nannte er drei dermatologische Erscheinungen, die früher regelmäßig zum Tode führten, durch die moderne Medizin aber vollständig unterdrückt oder geheilt werden können. Abschließend diskutierte Dr. Eyerich die Kehrseite der hochspezialisierten molekularen Therapien. Zum Einen der Wandel des Arztbildes vom Universalarzt zum Fachspezialisten, der kaum noch über seinen Tellerrand hinaussehen kann und zum Anderen die explosionsartig zunehmenden Kosten des Gesundheitssystems, die eher früher als später zum Kollaps führen, solange die Politik sich um die Antwort auf die moralische Frage drückt, wieviel ihr die Gesundheit ihrer Bürger wert ist.

Dr. Eyerich – Preisträger 2009 – steckt zur Zeit im Habilitationsverfahren zur Erlangung der Lehrbefähigung im Fach Dermatologie an der TU München.

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